3. Juli 2013

Mit der Vennbahntrasse zur Naturerlebnisregion Nr.1

Auf dem Weg zur Naturerlebnisregion Nr. 1 in Westeuropa!


Die Vennbahnroute bietet auf über 125 Kilometern nun auch offiziell Natur, Kultur und Geschichte zum Anfassen. »Es ist ein Meilenstein für die touristische Infrastruktur in Eifel und Ardennen.«


ST.VITH/EIFEL (FÖ).
Im ostbelgischen St. Vith wurde der RAVeL-Radweg Nr. 48 feierlich eröffnet. Mit dem Projekt »Vennbahnroute« ist der längste grenzüberschreitende, zusammenhängende Rad- und Wanderweg Europas auf stillgelegten Bahntrassen entstanden. Von Aachen und die Nordeifel über Ostbelgien vorbei an Rheinland-Pfalz bis zum Großherzogtum Luxemburg führt die Trasse der Vennbahn über etwa 125 km durch drei verschiedene Länder. Damit erhält die Route, die ihren Namen dem einzigartigen Naturgebiet »Hohes Venn« verdankt und als Vennbahn eine wechselvolle Geschichte erlebt hat, eine neue Bestimmung.


»Als 1982 die letzte industrielle Bahnfahrt erfolgte, lag ein wichtiges Stück wirtschaftlicher Infrastruktur in unserer Region brach«, weiß Isabelle Weykmans, Ministerin für Tourismus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Der Versuch, die Vennbahn touristisch zu nutzen, scheiterte nach einem Jahrzehnt. Erst durch den Zusammenschluss von mehreren Teilstücken und die Anbindung an bestehende Wege wurde der touristische Mehrwert für die Region deutlich erkennbar. Von Beginn an galt es, ein flächendeckendes und grenzübergreifendes Netz an grünen Wegen zu schaffen, in der die Vennbahn als Nord-Süd- Achse hervorstechen soll. Angebunden an zahlreiche Radwegenetze wie dem Ruruferradweg können die Menschen im größten Naturschutzgebiet Mitteleuropas ein weit verzweigtes Rad-und Wanderwegenetz nutzen, das für Jedermann erreichbar ist.
Die Vennbahn steht also als Leuchtturmprojekt für die Region. Bei der touristischen Produktentwicklung war man sehr darauf bedacht, den geographischen und historischen Anker der Strecke zu wahren. So werden unterwegs Geschichten zum Naturerlebnis, zum Grenzlandflair und zur alten Eisenbahn erzählt.

Schmelztiegel

Die Vennbahn verläuft durch eine naturbelassene Region, in der sich die verschiedensten Landschaftsbilder abwechseln. Französisch und Deutsch verschmelzen auf der Vennbahn genauso schnell miteinander, wie sie sich wenig später wieder strikt voneinander zu trennen scheinen. Grenzlandflair in seiner ursprünglichen Form, das uns einen genauen Blick hinter die Kulissen werfen lässt. Und auch der stetige Wechsel der Region von Preußens Kaisertum über die belgische Verwaltung und die Naziherrschaft bis hin zur Deutschsprachigen Gemeinschaft prägt die Geschichte der Vennbahn. Insgesamt wurde 14.705.950 Euro verplant und verbaut. An der Finanzierung beteiligten sich neben der Europäischen Union das Land Nordrhein- Westfalen und die StädteRegion Aachen, die Stadt Aachen, die Gemeinden Simmerath, Roetgen und Monschau sowie die Verbandsgemeinde Prüm. Zu den Partnern gehören ebenso das Straßenbauministerium der Wallonischen Region Belgiens, das Straßenbauministerium des Großherzogtums Luxemburg und die luxemburgische Gemeinde Troisvierges, die belgische Gemeinde Weismes, die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens sowie für die touristische Vermarktung die EWIV, Eifel-Ardennen Marketing. Gemeinsames Ziel ist es, die Vennbahn als touristisches Rückgrat zu etablieren und die zahlreichen bestehenden Tourismusanbieter an diese Route anzubinden. Da der Tourismus als Wirtschaftsfaktor auf viele Wirtschaftsbereiche der Region Einfluss nimmt, ist der Ausbau der Vennbahn ein Beitrag zur Wirtschaftsförderung in der gesamten Region.

Vorzeigeprojekt

»Das Projekt `Vennbahnroute ´ ist ein positives Beispiel für gelungene Zusammenarbeit über Grenzen und Regionen hinweg«, unterstrich Helmut Etschenberg. Beim Zusammenwachsen der Grenzregion hat das Projekt sich bereits gelohnt, die gemeinsamen Erfahrungen können auf anderen Gebieten fortgesetzt werden.
Und Weykmans stellt abschließend fest: »Die Vennbahn ist ein Vorzeigebeispiel für Europa, wo dank eines grünen Weges Grenzen überwunden werden und Menschen zueinander finden. Sie ist zugänglich für Fußgänger, Radfahrer, Inliner, Skater, Personen mit eingeschränkter Mobilität, für Einheimische und Gäste. Die Vennbahn: Europa LIVE.«


Quelle: Wochenspiegel Monschau Seite 6