25. Juli 2013

Alpencross Tag 6: Bericht (von Bernd)

Tourendaten:
Höhenmeter 2560 HM
Länge 98 KM

Fahrzeit effektiv 6: 30h
Zeit unterwegs knapp 12 Stunden

Tag 6 – Die Königsetappe
Die als Königsetappe angepriesene Tour sollte es sich in haben:

Blut, Schweiß und eine atemberaubende Abfahrt vom Passo die Finestra runter nach Feltre



Aber eines nach dem anderen:

Mike stimmt seine Männer am Vorabend taktisch klug mit militärischer Knappheit auf den kommenden Tag ein: „So Leute, morgen 7:30 Frühstück, 8:30 Abfahrt.
Das versteht jeder, das muss reichen.
Allein die Übergabe von Kurzzeit- in das Langezeitgedächtnis will nicht so recht funktionieren.
Warum auch? Geht doch eh erst in 9 Stunden los.
Also schnell noch zur Sicherheit ´nen halben Vino Rosso bestellt und sich an den Videos und Fotos des Tages erfreuen.

Der nächste Morgen
Obwohl es den Abend und in der Nacht immer wieder geregnet hat, auf eines konnte man sich auch heute verlassen: Das gute Wetter! Bei strahlendem Sonnenschein ging es pünktlich um 9:00 Uhr los.
Zeit für eine Erinnerungsfotos am Lago di Alleghe ist immer, die ganze Bande lümmelt schön in Liegenstühlen, noch ist alles ganz entspannt.

Ab Alleghe geht es gemütlich zum Einrollen 360 Höhenmeter runter.

Alles was runter geht muss wieder rauf: Links rauf über Teerstraße von 600 auf 1200 Höhenmeter zum Passrestaurant „…"
Mittagessen, nette Leute kennengelernt, weiter.

Mit gefüllten Mägen folgt eine weitere Asphaltabfahrt runter auf 700 HM. Eine Wahnsinnsabfahrt mit Geschwindigkeiten von bis zu 85 km/h!

Alles sauber von Denis auf Video dokumentiert.

Die anschließende Auffahrt von 750 Hm auf 1750 Hm zum Col den Finestre geht über Teer- und Forst-, Schotter- und zum Gipfel hin über verwurzelte und verbockte Wanderwege, mit regelmäßigen 20% plus X Steigungen.

Nicht unerwähnt bleiben sollte die Flussüberquerung mit anschließender, extrem kräfteraubender Trage – und Schiebepassage.

Kilometer … Schweißkontrole durch Denis.


Schweißeinzelwertung hat wieder einmal mit etlichen Litern Vorsprung , Werner gewonnen

Bei Höhenmeter 1800 kam dem einen der anderen die Frage auf: Wo ist der Gipfel?

Bei 1900 Hm, immer noch nicht da, das ist nicht mehr innerhalb der Meßtoleranz.

Bis Mike feststellen musste, das irgendwo eine Abzweigung übersehen wurde .

In diesen unendlich erscheinenden Höhen, in die noch nie eine Helikopterkuh seine Hufe (behuften Extremitäten) gesetzt und seine Geschäfte verrichtet hat, quälen wir uns durch härteste, nicht enden wollende Schiebe- und Tragepassagen dem ultimativen Gipfel, dem Anfang des Goldenen Trails entgegen.

Dann der große Schreck: Kurz vor Ankunft am Gipfel stellt Mario den Verlust seines Handys fest!

Vergessen die Vorfreude auf die beginnende ultimative Abfahrt, vergessen die geleisteten Quälereien und den gleich zu empfangenden Lohn. Für Mario gibt es nur eines: Das Handy muss wieder her, koste es was es wolle. Mit Sicherheit an einem der schweren Tragepassagen verloren gegangen gibt es nur ein Lösung: Den ganzen Weg zu Fuß zurück und das Handy finden.

Nur mit Mühe und Not kann er von seinem Vorhaben abgehalten werden.

Man sieht ihn nicht oft schlecht gelaunt, unseren Mario, aber der Verlustseines Handy hat ihn merklich getroffen.

Und dann war er vor uns: Der Eingang des zum goldenen Trail.

Die Sonne strahlt hier eine bisschen heller, die Vögel singen schöner, die Gemsen springen höher.

Der Trail windet sich sanft dem Tal entgegen, eine Spitzkehre reiht sich an die andere mit allen damit verbundenen fahrtechnischen Schwierigkeiten, die auch versierten Bikern alles abverlangen.

Insbesondere den Technikern unter uns läuft bereits beim Anblick der Speichel in Strömen aus den Mundwinkeln.

Helme festzurren, Sättel runter, los gehts!
Auf den ersten 400 Höhenmetern mit freier Sicht auf schwindelerregende Tiefen geht es auf schottrigem Untergrund dem Tal entgegen.
Spitzkehre, halt, Handy wiedergefunden, Mario Freudentanz.
Der Trail geht dann unversehens in ein Waldstück übergeht.

Nanu sagt sich der der versierte Biker, diese Typografie kennt man doch von daheim?
Und wirklich : hier sieht es fast aus wie daheim.
Laubwald, breitere Waldwege, Schotter, Stein, in weiten Kurven geht es mit moderatem Gefälle talabwärts.
4er abfahrt, Denis, Muschi, Pille,Till, Sturz
Wow, Mike hatte nicht zuviel versprochen, in der Tat, der beste bislang gefahrene Trailw

Die Muschi kriegt gar nicht genug und fährt mit Till noch ein 17 Rundenrennen im Kreisverkehr von Feltre.