23. Juni 2014

Wein, Weib und Gesang, der 80km Marathon von Rhens

Da denkst du, wenn du die Langdistanzen von 2 Belgienmarathons gefahren bist,
wäre alles was du hier in Deutschland an Marathon fahren kannst nur noch Wellnessurlaub,
Aber da hast du weit gefehlt.


80km müssen erstmal gefahren werden, und wenn sie einfacher sind, dann halt schneller.
Heut steht eine muntere Rebstockschau und Weinberggeballere auf der Speisekarte.

Nachdem ich letztes Jahr das erste Mal in Rhens war, und auf Anhieb auf der Kurzstrecke in meiner Altersklasse auf dem Podest gestanden habe, war klar, hier komme ich wieder hin.
Zumal das komplette PST Racing Team aufgelaufen war, das gibt es sonst nur beim Schinderhannes und bei Rad am Ring.
Darüber hinaus ist der 15. CANYON Rhein Hunsrück MTB Marathon das Heimrennen von PST-Marcus.



Das Wetter ist klasse, wie letztes Jahr, nur das dieses Jahr die Trails auch alle knochentrocken sind.
Letztes Jahr waren durch sintflutartigen Regenfälle im Vorfeld, die Trails schwierig und einige Abfahrten Bächen gleich, und dann noch das Hochwasser vom Rhein.
Erstmal schön gemütlich nach Rhens um mich dort mit meinen 2 Lieblings-Rapiros Markus und Sarah zum Kaffee in der noch leeren Altstadt zu treffen.




Die Langstrecke startet schon um 9 Uhr und trotz der frühen Uhrzeit brennt die Sonne schon ganz schön auf der freien Fläche. Mir geht es nicht wirklich gut und ich habe das Gefühl dass das ganze Feld an mir vorbei zieht.
Dann endlich im Wald wird es kühler, aber auch anstrengender.
Ich war der Meinung wenn ich die Kurzstrecke Schinderhannes mit einem 36er Blatt fahren kann, dann hier auch die Langstrecke. 
Sorgen habe ich mir im Vorfeld nur um den 300hm Anstieg gemacht, aber ich weiß sehr schnell das ich andere Sorgen habe. 
Nicht der lange Anstieg wird meine Sorge sein, sondern die kleinen Drecksäcke die auf dem Höhenprofil so lächerlich daherkommen.





So wie der bei Km15, eine steile Rampe im Wald die mich nötigt aus dem Sattel zu gehen.
Was für eine Scheisse, jetzt fehlen meine mickrigen 73kg auf dem Hinterrad und ich rutsche durch, das heißt schieben. Aber gefahren wurde hier langsamer als ich laufen konnte, darum egal.
Das ist das erste und letzte Mal für heute schwöre ich mir, bei meinen herausfliegenden Kniescheiben.



Der lange Anstieg stellt sich für 1x11 dann doch als harmlos heraus, und jetzt geht es in die Abfahrten.
Die sind teilweise kritisch und highspeed Passagen, ich bin in meinem Element.
Hier mache ich wie immer Plätze gut um sie im nächsten Berg wieder zu verlieren. Man trifft immer die gleichen Leute.
Aber ich habe Ausdauer, auch noch am Ende, wenn andere wegen der hohen Anfangsgeschwindigkeit  langsam eingehen. Mit fast 70km/h geht es bergab, da wird kein Fahrfehler verziehen, und die kann man hier zu Hauf machen. Viel Laub, hohes Gras, und Löcher machen es nicht einfach, ich liebe dieses Rad.
Ab Km35 geht es über Trails durch die Weinberge, das Panorama ist atemberaubend.
Ich gönne mir immer wieder einen Blick zum Rhein und zum anderen Rheinufer mit seinen Burgen, Dörfern und Weinbergen.




Ich finde Frauen ja toll, und die meisten machen ja auch auf dem Rad eine gute Figur.
Nachdem ich ja in La Reid schon die Gesellschaft einer solchen genießen durfte, hatte ich hier auch wieder die Gelegenheit ein feminines Hinterrad zu finden das zu mir passte.
Sie vom Sebamed Team und ich fuhren sehr lange bis zur letzten Abfahrt zusammen. Nach einer Abfahrt wusste ich im nächsten Anstieg direkt wenn sie wieder dran war, ihr Canyon machte Geräusche wie Steine in einer Waschtrommel.
Am Ende war sie mit einem Platz hinter mir 2te in ihrer Altersklasse, Glückwunsch Elena.





Die Abfahrt hatte es dann nochmal in sich, bäm, bäm, bäm Fulllllllgazzzzzz.
Jetzt weiß ich auch warum das 36er Blatt drauf ist.
Im Ziel war es dann der 90. Platz, der 31. Platz in der AK mit einer Zeit von 4.13.28h.





Ich bin wieder sehr zufrieden, genauso wie man über die Leistung der Teams und unserer Sympathisanten aus der Aachener Region sein kann.


Rapiros Sarah 80km 2ter Platz Frauen gesamt,
Zyperns Jan 30km 1ter Platz gesamt, verteidigt seinen Platz, 
Gansers Stefan 80km 3ter Platz gesamt,
Firebikes Matthias 50km 1ter Platz gesamt,
Hergardens Micha 80km 5ter Platz AK,
Firebikes Benny 30km 14ter Platz gesamt, 6ter AK,
PST Rafael, 50km 20ter Platz AK,
Rapiros Markus 80km 23 Platz AK,

Söhne und Töchter des Hohen Venn, ihr seid die Besten.

Wieder zu Hause ging es dann mal richtig zur Sache, beim familieninternen Rennen rauf zum Dreiländereck.


Prost eure Muschi