1. Juli 2014

Strategiespiele in preußisch Sibirien

Einruhr-Rursee Marathon 2014, wir haben den Masterplan!!!
Wir, das sind Rene firebikender Berufsfeuerwehrmann und die Muschi, aber dazu später mehr.
Trockenrennen ade, heute Nacht hat es schwer geregnet und es hält an.
Tretschweine gehören in den Matsch.


Und die sind auch alle da, ALLE. Heute ist Familientreffen, Vennbike mitten drin!

Der Marathon von Einruhr ist wirklich die einzige Möglichkeit die heimische Tret-, Renn- und Springschweinpopulation  an einem Ort bei ihren Revierkämpfen und Paarungsritualen zusammen erleben zu dürfen.

Hier und heute liegt die Serengeti mit ihrer Artenvielfalt nicht mehr in Ostafrika, sondern im "Preußischen Sibieren".


Schauen wir mal Wer sich in Wen verbeisst und Wer heute als Leitschwein aus dem Wald kommt.
Die größten Herden werden diesmal wie immer von den üblichen Verdächtigen beigesteuert, SV Einruhr, Firebike, BSV Profil, Laimischrider, Team coolart und natürlich vennbike.de.







Und dann gibt es ja noch den Masterplan auf der Kurzstrecke.
Heute wird das Gebot der Nächstenliebe ganz groß geschrieben.
Ich werde mich heute einsetzen, um Rene die Möglichkeit zu bieten, sich einen Vorteil beim Kampf um die Deutsche MTB Feuerwehrmeisterschaft zu verschaffen, die zeitgleich in Einruhr statt findet.




Ich treffe mich vor Ort natürlich wieder mit meinen 2 Rapiroschweinen Markus und Sarah, eins der seltenen monogammistischen Rennschweinpärchen, unter zumeist extrovertierten Einzelgängern.




Nach dem obligatorischen Beschnuppern beginnt dann auch pünktlich der Herdentrieb auf der Kurzstrecke.
Der Block der Brandwehren startet 10min nach mir, und das ist der Plan.
Ich versuche entspannt in den Anstieg nach Eicherscheid zu kommen, um mich dann vor den zu mir auffahrenden Rene zu spannen und die Herde auseinander zu treiben. Dabei soll ich vor allen Dingen auf dem Höhenzug und dem Abgang zum Grüntal meine Qualitäten ausspielen.
Ziemlich viel Anspruch für einen kurzen Herdentrieb mit einem mir überlegenen Tretschwein.



Entweder die Jungs rennen langsamer los oder ich bin gut in Form, denn ich kann der Spitzengruppe bis zum ersten Anstieg ohne Mühe folgen.
Dann nehme ich raus und lass die Jungs fahren. Ich versuche im Langstreckentempo zu fahren.
Es regnet immer noch, Schlamm total, und ich mitten drin mit einem abgefahrenen Maxxis Aspen.
Aber er funktioniert, genau wie ich. Tretschweine lieben Schlamm.




Kilometer 13, ich bin oben, kein Rene, ich war zu schnell.
Also nuckel ich mein Powergel und warte, während das Feld entgeistert mit leerem Blick schlammbesudelt an mir vorbei zieht.
So nach 6 Minuten Ewigkeit zieht die Feuerwehrspitzengruppe und ein paar Nachzügler an mir vorbei, wo ist Rene?


Er ist da wo er hingehört, damit ich einen guten Job machen kann.
Er ist allein, er ist angeschlagen und er braucht ein Hinterrad.
Liebchen, das kriegst du und ich schaffe es durch Eicherscheid und in dem oberen Teil der Abfahrt zum Grüntal die Spitzengruppe einzuholen und uns vor sie zu setzen. So hat er freie Fahrt in den technischen Teil der keine Fehler verzeiht.
Unten vor dem Gegenanstieg verbuchen wir dann auch die ersten Verluste, das Springschwein MacHartmann und das Rennschwein Max sind raus, technischer Defekt.
In der ersten Rampe reißt Rene eine Lücke, ich lasse ihn ziehen.
Ich bin Sieger unser Plan funktioniert, mein Feuerwehrtretschwein ist vorne.
Jetzt heißt es, das Beste aus aus der Situation zu machen. Mir geht es gut, ich fahre Platz um Platz auf und profitiere von der Schlammallergie der mir vorausfahrenden Tretschweinpopulation.



Irgendwo beim Schlammsuhlen finde ich das nächste Aachener Feuerwehrtretschwein.
Der Ingo ist nicht wirklich vom Wetter begeistert, und findet klare Worte.
Dafür macht er aber eine hervorragende Figur.
Wir pushen uns gegenseitig die Anstiege hoch.
Am Ende reicht es für ihn, mit Rene und Andreas die Teamwertung der Feuerwehrmeisterschaft zu holen. Und ich war dabei, geil.


Der letzte Anstieg ist genommen, jetzt noch 5Km bergab und lange geradeaus, und ich habe Reserven. Den Sturz beim Anbremsen auf einem Gullydeckel vermieden, jage ich einer Herde Rennschweinen hinterher.
MUSCHI FASS, kriech em dich.




Das werden die schnellsten 5km meines Lebens, und ich kriege sie alle.
Ich biege nach Einruhr ein und der 3m hohe Zielturm gehört mir.
Erupp en eravv, aber kein Piep, wo ist mein Ziel.
Da steh ich Tuppes und das Ziel wartet 2 Kurven weiter und die Herde drückt von hinten.
Fulllgazzzzzz, heute nicht mehr Jungs.



Ziel erreicht, Rene wird 4ter gesamt und 2ter der Altersklasse der deutschen Feuerwehrmeisterschaft.
ausserdem gewinnen er, Ingo und Andreas die Feuerwehr Teamschweinwertung.
Jetzt bin ich stolz.



Und ich?
Ich bin incl. Wartezeit immer noch 2min schneller als letztes Jahr mit 1.41.09h auf dem 22ten Platz gesamt und 8ter der AK.



Ich möchte mich hier an dieser Stelle ausdrücklich für die absolut ungebührliche Bekleidung der Vennbiker entschuldigen. Nächste Woche hat es ein Ende das wir immer noch für die netten Schweineherden der Region Werbung machen.
Nächstes Jahr stehen wir hier mit unseren eigenen Trikots.


Die anderen Tretschweine sind ähnlich gut unterwegs.
Auf der Kurzstrecke
Wolle                 1.45.14h 31ter Platz gesamt, 5ter Platz AK
Zigaretten-Ingo  1.46.18h 33ter Platz gesamt, 6ter Platz AK incl Sturz in einen Stacheldraht
Piet                    2.03.56h 77ter Platz gesamt, 13ter Platz AK, sein erstes Rennen
MacHartmann, Max und Rapiro-Markus scheiden mit technischem Defekt aus, und trösten sich immer noch in einer Suhle mit ein paar Wildschweinen.
Hier nochmal für Tretschweinliebhaber      http://vennbike.blogspot.de/p/zuginformationen.html



Auf der Mittelstrecke
Michael              2.20.05h 9ter Platz gesamt, 4ter Platz AK
Till                      2.24.29h 15ter Platz gesamt, 6ter Platz AK
Phil                     2.28.29h 18ter Platz gesamt, 7ter Platz AK
Markus hat eine Streckenteilung verpasst und fuhr kurz.


Erwähnt sei noch unser kleines Rapiro-Schweinchen Sarah, die im 5ten Anlauf mal ganz oben auf dem Podest stehen darf.