22. August 2014

Der Berg ruft in den Cottischen Alpen.......nimm mich!


Das ist zum Haare raufen, lasst mich in Ruhe.
Ich stehe hier und es ruft, von rechts, von links, von überall.......nimm mich, nimm mich, nein nimm mich.
Der, nein die Berge rufen, locken verführen, man weiss ja gar nicht mehr welchen man nehmen soll.
Und alle sind so willig, da ist man ja total überfordert.
Zum Glück sind Frauen da anders.


Und weil es gestern ja wieder so schön krass war ist heute Ruhetag.
Es ruft ein Berg, der Monte Bellino, ein Dreitausender dem man 63m geklaut hat.

Also die frischen Beine eingepackt und ab dafür.
Es folgen 19km mässige Steigung mit 1850hm.
Mässige Steigung, wenn ich das höre kriege ich Ohrenkrebs.
Nach 4 Tagen Piemont mit 7500hm ist das Wort mässig ja wohl der Witz des Tages.
Wie schön das es auch mal lustig über die ersten Kilometer mit runden 11-14% zur Sache geht.



Schön das nach hinten raus die Steigung in Wohlfühlprozente übergehen,
wenn nicht diese abartigen Schotterpassagen mit faustdicken Rolling Stones wären.
Alles Elend hat ein Ende, Pause unterhalb des Montes, bevor die letzten 150hm bikebergsteigen zum Gipfel angesagt ist.
Oben ist es dann windschön schön, 2937m so hoch wie nie zuvor.




Aber jetzt alles wieder runter, erst zum Colle Bellino auf 2878m, und dann ab ins Tal.
1200hm Trail mit allem was man braucht, Schotter, Spitzkehren, Absätze, Rockgarden, Kuhfladen, PERFEKT.




Ich merke jetzt auch meine Beine nicht mehr, ich habe von meinem Pferd jetzt Schüttelfrost.
Und morgen greifen wir wieder an, wenn es richtig los geht.


Schluss mit Ruhetag heute ist die Königsetappe angesagt.
Der Hit ist eine Schwierigskeit S3 Abfahrt über 1000hm, keine Angst das erkläre ich noch.
Leider sind wir nur zu viert, der schulterbehinderte Frank und ein tragebehinderter Wolle befummeln sich heute alleine.
Der Anfang beginnt mit Grauen, nix Strasse, alles Schotter + Prozente.
Aber halb so wild, es sind Wohlfühlprozente und der geschotterte Waldboden ist grippig.
Nach 3km hat Markus auch wie jeden Tag seine Lunge freigehustet, dabei raucht er gar nicht, er leidet nur unter Asthma Potente.




Es läuft besser als alle Tage zuvor, meine Beine sind auch im Piemont angekommen, besser spät als nie.
Wir kurbeln uns mit einigen Tragepassagen wieder auf 2500m hoch,
und nehmen auf der Grenze zu Frankreich einige Colles mit und lassen die Montes rechts liegen, natürlich alle von Zott.
Passo della Cavalla, 2539m
Col de la Gypiere de l'Orrenaye, 2482m
Colle di Roburent, 2495m




Wir bewegen uns kilometerlang auf einer Hochebene zum Lac Roburent und freuen uns auf die 150hm Tragepassage zum Colle della Scaletta auf 2614m.
Jetzt aber Hallo, die folgenden 1000hm Abfahrt werden anspruchsvoll, so beschrieben und bekommen plus einiger S4 Passagen. Schwierigkeit S4 kann ich nicht, kann keiner von uns, kann nur unser Fahrtechnikmissionar MacHartmann, der aber richtig.

Schwierigkeitsgrad S3

Verblockte Singletrails mit vielen größeren Felsbrocken und/ oder Wurzelpassagen gehören zur Kategorie S3. Hohe Stufen, Spitzkehren und kniffelige Schrägfahrten kommen oft vor, entspannte Rollabschnitte werden selten. Häufig ist auch mit rutschigem Untergrund und losem Geröll zu rechnen, Steilheiten über 70% bzw. 35° sind keine Seltenheit.



Mein 2Soulscycles Hardtail nimmt alles, der Fahrer ist das Handicap.
Anhalten nein Danke, nur wenn die Hände um Entlastung brüllen, mein Pferd aber will weiter.
Der Berg ruft..... Dann nimm mich, feste, jetzt.
Ich verliere meine Plomben und Kronen, Wanderer jubeln uns zu, man wir sind so bekloppt.
Meine Speichen üben ein Glockenspiel, es scheppert und schreddert und dann warum ich dieses Rad fahre, Extase, jippeheihe Schweinebacke.
Jetzt aber Bier, irgendwann kommt ein Refugio und dort erstmal Nervenwasser.
Das lustige ist das nach 2 Morettibier die restlichen 500hm flowiger Trail zu einem S4 Hardcoretrail mutieren, geil.


Das machen wir jetzt immer so, wir trinken uns die Trails schön, dieser heisst jetzt Morettitrail.
Als wäre das nicht genug machen wir auf dem Weg nach Hause noch einen belgischen Kreisel auf und knallen die 300hm zur Pension Fulllllllllllgazzzzzzzz, Arne gewinnt.
Gruss an die Mama, der kleine Arne kann nicht nur schnell, der kann auch tricky.
Mädels, das war es im Piemont, ich hoffe es hat euch Spaß gemacht.
Das Nachwort folgt in einigen Tagen.