31. August 2014

Die Cottischen Alpen, ein Nachwort


Es ist vorbei, und es war geil.
Sich in ihrer Endlosigkeit dahin ziehende Trails, mit dem vehementen Verlangen nach Fahrtechnik.
Der Schwachpunkt in diesem Ensemble aus Berg, Rad und Mensch, war dann auch zu meist der Mensch.


Und somit sind wir auch schon in der Nachlese unserer Woche im Piemont.
In Anbetracht durchgänig S2-S3 mit kurzen S4 Abschnitten gefahrener Traumtrails, ein kleines Resümee zur Technik.


Zu allererst einen herzlichen Dank an 2Soulscycles, die mir das giftige Quarterhorse zu Verfügung gestellt haben.
In dieser Enduroausbaustufe mit 140mm Gabel und guten 14kg ist es kein Leichtgewicht, hat sich aber im hochalpinen mehr als bewährt.
Natürlich ist man berauf mit 1000hm-1500hm am Stück etwas gemächlicher unterwegs, aber nie mit dem Rad überfordert.
Bergab im Trail jedoch ist das QH eine Macht, je technischer umso besser, da braucht es kein Fully.
Aber ein Hardtail verzeiht nichts, Linienwahl und fahrtechnisches Vermögen sind noch wichtiger, wenn man sich Dämpferwartungen sparen möchte.
Meinem Empfinden nach wird das QH in der Titanversion mit einem Enduro LRS und XX1 mit 28er Kettenblatt das optimale Alpenspassgerät, mit 12kg Kampfgewicht.


Die Haibike Carbon Rennfeile war zwar bergauf der Burner,
war aber bergab ab S3 doch maßlos überfordert, trotz der fahrerischen Glanzleistungen von KaiserFrank.

Das Specialized Epic Carbon, fliegt auch den Berg hinauf,
war aber bergab ab S3 auch nur noch schwer zu fahren.
Hier ist der lange Radstand und die 29er Räder als Problemzone zu erwähnen.
Herausheben möchte ich an dieser Stelle, daß unser Arne sich standhaft weigert seine Sattelstütze zu benutzen.
Er fährt stur alles bei voll ausgezogener Stütze, Respekt.


Das Radon Slide 29 von Wolle hat sich tapfer geschlagen, wenn man von einem Speichenbruch und einer defekten Reverb absieht. 
Für mich hat das Radon für etwas über 2000€, das perfekte Preisleistungsverhältnis um günstig durch die Alpen zu schreddern.


Und dann sind da noch unsere 2 Rotwild X2 Edition in 26Zoll, der Highendvariante mit komplett XTR Ausstattung.
MacHartmann und Markus hatten die perfekten Räder.
Ich bin zwar kein Freund von 26Zoll, ich muss jedoch sagen das die zwei den Vorteil der kleinen Laufräder für sich nutzen konnten, insbesondere in den Spitzkehren. 
Dabei sei zu erwähnen, daß unser Fahrtechnikmissionar MacHartmann der einzige in unserer Truppe ist, der Gelände S4 kontrolliert fahren kann.


Die Reifenwahl entscheidet auch immer über Sein oder nicht Sein auf dem Trail.
Der Racing Ralph ist keine Wahl, zwei komplett Ausfälle und Stollenabrisse in Verbindung mit fehlenden Bremsgripp machen keinen Spaß.
Der 26 Zoll NobbyNic war kurz vor dem überfordert sein, der Fat Albert die perfekte Wahl in Verbindung mit 1,2 bar Druck.
Am Radon und dem QH werkelte die Kombi Maxxis Minon DHR / Ardent.
Alles super alles toll, da gibt es nichts zu meckeln.
Vielleicht wäre am Hinterrad der Ikon 2,35 eine leichtere Alternative zum Ardent, das werde ich noch testen.


Abschliessend seien noch unsere Sponsoren lobend erwähnt,
unser Radtechniksupport Firebike in Roetgen,
unser Wohnzimmer Bodega in Imgenbroich
und Ford Huppertz in Imgenbroich.

Vielen Dank an alle Beteiligten für eine Sonnentraumwoche in den Cottischen Alpen.


Ein bißchen Wahnsinn zum Schluß:

Und da sind sie wieder, die einzigartigen Helicopterkühe. 
Diese Paarhufer sind ein ganz spezielles Fleckvieh, das nur in den Alpen gedeiht. 
Hinter den Ohren haben sie kleine Propeller, mit denen sie jeden Steilhang abgrasen können. 
Außerdem haben sie zwei kurze und zwei lange Beine, damit sie besser im Hang landen können. 
Landen sie verkehrt herum fallen sie als Schlachtvieh ins Tal hinab.

Prost eure Muschi