30. November 2014

Titanomanisches von 2Soulscycles, ein Quarterhorse

Es gibt nicht Vieles, was dem Strom der Vergänglichkeit so trotzt wie dieses edle Titan, geschmiedet aus Schweiß und Tränen, mit dem Versuch, das Immerwährende zu schaffen. Es wird das Titanix, gebaut für die Ewigkeit. Um allen stets die Erinnerung an die zu vollbringenden Heldentaten vor Augen zu führen, hochachtungsvoll, respektvoll, ja demütig gefahren zu werden, mit dem Wissen, niemals Vergleichbares gefahren zu haben. Ein Begleiter für Heldentaten, um davon an den Lagerfeuern im Hohen Venn zu erzählen. Ein Heldenrad für Helden, an das sich Generationen von Vennbike-Rädern messen lassen müssen, hebt dieses Titanix in den Olymp der Unermesslichkeit.

Auf ihr Söhne und Töchter des Hohen Venns!


Alleine die Tatsache, dass es so lange dauerte, bis das Titanix bei mir war, macht aus dieser Geschichte ein Epos. Es war eimal vor langer Zeit ein ICH, damit meine ich natürlich MICH, Dieses ICH beschloss nach einem wunderschönen Alpencross anno 2013, daß ein Scalpel zu filigran und anmutig sei um sich im Geröll der Alpen zu balgen, zumal es seine Bestimmung ja bei den Marathonrennen fand.

Ich hatte ja schon ein SlimJim aus dem Hause 2 Soulscycles. Da ich aber von dem Aufbau mit Getriebenabe nicht zufrieden war und der Rahmen einen Ticken zu klein war, hatte ich schnell den Entschluss gefasst, mir ein Quarterhorse aus gleichem Hause zu bestellen.

Kurz nach meiner Bestellung brachten die Jungs das Quarterhorse in Titan zur Serie und das Abwägen zwischen Spiel, Spaß, Freude und meinem Portemonnaie fand sein glückliches Ende in der Stornierung des Stahl QH und der Bestellung eines Titan QH, Liefertermin Anfang 2014.


Zeit also, um schon mal ein paar Teile für das Schätzchen einzukaufen. Leicht soll es sein, ich versau das Titanix doch nicht mit sackschweren Anbauteilen, und schön bunt muss es sein, der Rahmen hat ja ausser raw nix an Farbe zu bieten.

Und dann ... freu ... die Rahmen sind da. Um aber im nächsten Moment zu erfahren, daß der Rahmenbauer die falsche Rahmengröße für mich zusammen gezaubert hat

Ich scheiß euch in die Ecke, was für ein abgewichster Bockmist ist das denn, ich geh und trink nen Whiskey. Das Leben will mich auf die Probe stellen, damit ich mich des Titanix würdig erweise. Dann mal los, ich trink noch einen Whiskey, und bin total begeistert das 2Soulscycles mir zumindest ein Leihrad überlässt, das beim 29er Racing Team eine Saison Endurorennen fahren durfte, zum trösten. Das hat mich dann auch hervorragend getröstet und ich hatte viel Zeit noch mehr Teile zu kaufen.


So hieß es warten und weil es das Schicksal so gut mit mir meinte, verschlampte die Post die neuen evolutionierten Ausfallenden auf dem Weg zum Schweißer. Warum auch nicht, ich wollte mich schon immer mal etwas länger in Geduld üben. Viel schlimmer, wie sehr die Jungs von 2Souls sich schämten, mir schon wieder auf die Fresse hauen zu müssen, eigentlich sind die ja friedlich, jetzt aber peinlich berührt.

Das Schlimmste aber war, dass ich das Titanix ja mit ins Piemonte nehmen wollte, dafür war es gedacht. Aber gut, dann nehm ich eben den 14kg Panzer mit und trainiere Muskelaufbau, geht auch. Dann nach einer erfolgreichen Rennsaison und einem wundertollen Alpenurlaub, sollten sich die Titanen doch entscheiden mir endlich mein Titanix zu überlassen.

Jaaaaaa, es ist da. Nach einem Jahr des Wartens, Hoffens und Bangens, es ist daaaaaaaa!!!!


Zack zack jetzt aber. Schraube, schraube, schraube, mein Titanix ist unter der Haube. Noch ein paar Tretminen entschärft, und fertig ist es, Titanix im Lightcore-Aufbau mit 10,95kg Erotik. Probefahrt, ein Traum, eigentlich zu schön zum schmutzig machen.



Bei soviel Erotik werd ich neidisch und will auch aufs Bild, das Fräulein Stein SteinPhotoArt macht es möglich. Es heißt ja immer Sex sells, ob sich jedoch mein Sex verkaufen lässt, ich weiß nicht bei dem alten Kadaver. Ich wollte auf das Bild als Kontrastprogramm und das hat funktioniert. Jetzt warte ich auf den Anruf, um auf einen Gay Fotokalender zu kommen, ich will Karriere machen.


Und jetzt darf es dreckig gemacht werden. Das ist dann auch so geschehen auf der 134km Jungfernfahrt. Total unspektakulär, es will alles, es macht alles, es kann alles, es zickt nicht rum und gibt keine Widerworte, feines Titanix.


Das mit der Sattelstütze war mir aber dann doch ein Dorn im Auge, ich glaube die muss doch versenkbar sein. Nach ein paar ausgiebigen Testfahrten habe ich mich dann an den Hardcoreaufbau gewagt, mit Variostütze, breiten FlowEx Laufrädern und anderer Bereifung. Und ich sage es euch, das fetzt jetzt noch mehr. Die 700gr Mehrgewicht sind zum gebotenen Mehrwert vernachlässigbar.




Am Ende bleibt festzuhalten, das Herz sagt Lowcore, der Kopf sagt Hardcore. Auf Dauer wird es beides sein. Hardcore und Lowcore Version sind schnell umgebaut, und werden somit jeden meiner Einsatzbereiche von Bikepark bis traillastigen 120km Runden abdecken können. Auf jeden Fall kann es Fullies das fürchten lernen, das hat es mir schon bewiesen.

In diesem Sinne, Prost eure Muschi


Kleiner Nachtrag: Wir, Titanix und ich sind Bike der Woche auf MTB-News.de.
Große Ehre, großer Stolz, darum bedanke ich mich mal hier.