1. Januar 2015

Max und Jana in Rennfahrergeschichten, ein Leben auf der Überholspur

Gesamtsieg beim Bridge Cape Pioneer in Südafrika

mit Max Friedrich und Jana Zieschank


Sieben beinharte Etappen beim Bridge Cape Pioneer Trek 2014 in Südafrika liegen hinter Jana Zieschank (toMotion Racing by black tusk) und Max Friedrich (Team Firebike Drössiger). Das deutsche Mixed-Duo musste wiederholt an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gehen – und schaffte es am Ende doch, bei diesem südafrikanischen Klassiker der Mountainbike-Etappenrennen den Gesamtsieg der Mixed-Kategorie nach Deutschland zu holen.


„Ich möchte keine Minute missen, auch wenn es Momente im Rennen gab, wo ich mich ernsthaft gefragt habe, warum ich mir diese Qualen antue“ fasst die Frankfurterin das Cape Pioneer zusammen. Es gab Etappen, bei denen sie im Ziel stehend k.o. war. Doch immer wieder gelang es der Racerin vom Lindauer MTB-Rennstall toMotion Racing by black tusk, gemeinsam mit ihrem Partner Max Friedrich vom Team Firebike das Führungstrikot der Mixed-Gesamtwertung zu verteidigen.


Am Sonntag, den 12. Oktober waren 250 Zweier-Teams im südafrikanischen Oudtshoorn gestartet. Auf sieben Etappen waren rund 550 km und 12000 Höhenmeter zu bewältigen. Nachdem das Duo Zieschank/Friedrich am ersten Tag beim Prolog nur Platz 4 erreicht hatte, zeigten sie bereits auf der ersten vollwertigen Etappe, was in ihnen steckt. Trotz heftiger Krämpfe bei Jana gewannen sie die Etappe und verbesserten sich auf Gesamtrang 2 mit nur knapp einer Minute Rückstand auf das Führungsduo.


Bereits auf der folgenden Etappe drehten sie den Spieß um. Im langen Schlussanstieg spielten sie ihre Stärke am Berg voll aus und fuhren einen Vorsprung von 11 Minuten heraus. Damit standen Jana und Max am Abend im blauen Führungstrikot der Mixed-Gesamtwertung auf dem Siegerpodest. „Was für ein Hammer-Tag heute! Der zweite Etappengewinn, und jetzt dürfen wir beide endlich auch ein einheitliches Trikot tragen... We are the Leaders at Bridge Cape Pioneer Trek!“ freute sich die toMotion-Racerin.


Am nächsten Tag wurden sie durch mehrere technische Probleme ausgebremst. So kam es zum Zielsprint gegen das zweitplatzierte, südafrikanische Duo Finie und Kobus Barnard, den Jana und Max knapp verloren. Damit gaben die zwei zwar den Tagessieg von Etappe 4 ab, konnten ihren Vorsprung von 11 Minuten in der Gesamtwertung jedoch halten.


Die 4. Etappe war dann die eigentliche Königsetappe mit 111 km und 2800 Höhenmetern. Regen und ein Kälteeinbruch auf ca. 10 °C verhießen nichts Gutes. Am Vorabend hatte Jana Magenprobleme und konnte nur wenig Nahrung zu sich nehmen. So hieß es auf der Strecke von De Rust nach George nur „durchkommen und hoffentlich keinen großen Rückstand einfahren“. Die zweitplatzierten Finie und Kobus Barnard gingen an diesem Tag voll auf Angriff und fuhren bis 20 km vor dem Ziel einen Vorsprung von fünf Minuten heraus. „Wir mobilisierten alle Reserven und kamen nach sechs Stunden völlig erschöpft und durchnässt im Ziel an. Unseren Rückstand konnten wir mit 2:58 min in Grenzen halten und somit blieben uns noch knapp 8 min Vorsprung für die Verteidigung des Leader Trikots. Mit dem 2. Platz bei dieser Etappe sind wir sehr zufrieden!“ berichteten Jana und Max am Abend.


Aufgrund der Wetterbedingungen und der Härte der Etappe, bei der nach sieben Stunden erst 100 von 500 Fahrern das Ziel erreicht hatten, entschied sich der Veranstalter, den Start der Folgetappe um 1 ½ Stunden nach hinten zu verschieben und die Etappe 5 um 20 km zu kürzen. Damit hatten alle Teilnehmer eine etwas längere Regenerationszeit und eine etwas „leichtere“ Etappe 5, die über 51 km von George nach Herold führte. Jana und Max nutzten den Anstieg zum Montagu-Pass zum Angriff und fuhren einen ordentlichen Vorsprung heraus. Auf den folgenden Kilometern bis zum Ziel bekam unser Mädel jedoch Probleme, das Tempo hoch zu halten. Aber es gab ja noch den Max nicht umsonst fährt man im Team. So landete das deutsche Duo auch an diesem Tag „nur“ auf Platz zwei, konnte seinen Vorsprung auf die südafrikanischen Zweitplatzierten jedoch um gut 5 Minuten ausbauen.


„Die Schlussetappe führte von Herold nach Oudtshoorn. Es waren 86 km und mit nur 1100 hm zu bezwingen, aber die Etappe hatte es in sich. Unsere ärgsten Konkurrenten ließen nichts unversucht und griffen bereits auf den ersten Kilometern an“, so Jana. „Ich konnte dem Tempo der Gruppe um das Duo Barnard selbst im Windschatten nicht mehr folgen und so fuhren wir mit Esther Süss, Theresa Ralph und 4 weiteren Fahrern zusammen. Den größten Teil der Tempoarbeit musste damit Max machen. Nach der Hälfte des Rennens hatten wir schon 3 Minuten Rückstand. Wir fuhren jeden Downhill sehr kontrolliert, um nicht noch einen technischen Defekt zu erleiden.
Die letzten 40 km waren für mich die absolute Hölle. Die Beine wollten einfach nicht mehr. Als wir jedoch kurz vor dem Ziel unsere Betreuer mit Daumen oben gesehen haben, wussten wir, das blaue Leadertrikot kommt nach Deutschland. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Wir hatten die Hälfte unseres gesamten Vorsprungs von 13 min verbraucht, aber wir hatten es geschafft

Sieger in der Mixed Wertung beim Bridge Cape Pioneer Trek 2014!

So nahm das harte Etappenrennen trotz aller Qualen ein gutes Ende für Jana Zieschank und Max Friedrich.

Der Bericht und die Bilder wurden uns freundlicherweise von toMotion racing by black tusk zur Verfügung gestellt