25. Mai 2015

Zwei Erstbezwinger und ein Loser, La Reid 25.05.15

Schon wieder ein Jahr um und die Ardennen Throphy geht ins 26zigste Jahr. Und weil es letztes Jahr auf der 100km Distanz so schön war, liegt mir nix ferner als mir dieses Wurzeltrailgespaße wieder an zu tun. Und der Wolle will auch, der steht nämlich auf dreistellige Kilometerleistungen. Tom das Navi ist auch dabei auf der 50km Distanz, sein erster "Belgier".

In La Reid angekommen, erstmal großes Hallo, Team Rapiro, Firebike und Thoma cycling sind auch da, in freudiger Erwartung des kommenden Wurzeltrailmassakers. Just in dem Moment wo wir uns in die Aufstellung begeben schenkt der liebe Gott uns auch noch ein wenig Heldenwetter. Total Klasse gerade mal so viel, dass nur die ersten 2cm Boden nass werden. Das verspricht Spaß und Spannung wie ich sehen werde.
In der Startaufstellung treffen Blogger auch noch Blogger. Mit großer Freude lerne ich endlich mal Frank und Moni kennen deren Blog sich Dank ihrer großen Umtriebigkeit sehr großem Zulauf erfreut. Letzte Woche haben sie noch das 24h Rennen in der Tschechoslowakei gerockt. Gute Rennen sprechen sich rum.
Da Frank auch die belgischen Leckereien an den Verpflegungsstellen kennt hält ihn dann auch nix mehr nach dem Start, ich mal hinterher. Wie erwartet ist das bisschen Heldenwetter dann auch nicht jedermanns Sache, die ersten Stürze. Und wie immer Plattfüße überall am Wegesrand.
Ich glaube das man nirgendwo in Deutschland eine höhere Plattfußdichte antrifft wie hier bei den Ardennenrennen, La Reid, Waimes, Malmedy und Houffalize. Immer wenn man wieder einen sieht hofft man nicht selber betroffen zu sein.
Alles läuft gut, mein Antritt war den 100km zurückhaltend angepasst und die Beine sind gut. Der 25km Futtertrog ist schnell verlassen, jetzt werden die Trails lustig. Man was ist der Frank ein Beißer oder soll ich Bulldogge sagen. Da sitzt der auf der Sattelspitze, den Oberkörper über dem Lenker fast auf dem Reifen hängend und muss aber wirklich jeden Gerölltrail hoch wo andere aufgeben weil es zu Fuß genauso schnell ist. Schade ich sehe seinen Gesichtsausdruck nicht, das wäre wahrscheinlich ein Foto wert.
Irgendwann muss ich im Verkehr abreißen lassen. An der 2ten Futterstelle bei 40km ist auch alles noch toll, aber dann!!! KM 43 Plattfuß, jetzt bin ich auch mal dran. Aber was soll ich mich beklagen, ich fahre den Maxis Aspen freiwillig. Die Milch dichtet, also aufpumpen und weiter. Pustekuchen, wieder platt und ich finde das Loch nicht. Und es zieht die Karawane an mir vorbei. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.
Nun ja da dachte ich mir mal das zu tun was ich am besten kann, ganz schnell den Berg runter zu fahren um Plätze gutzumachen. Das klappt auch, der Trail der hier mit Spitzkehren in den Hang gezimmert worden ist, ist ein (Alp-) Traum, je nachdem wie gut man in Technik kann. Aber ich bin frustriert und übertreibe es. Leck mich Arsch, MacHartmann wäre stolz auf mich. Da habe ich mir ein Ding gelappt, da gehört man eigentlich für auf die Fresse gelegt. Da waren Steine, da waren Wurzeln und diese Rinne und ich fliege da mit eigebauter Linienwahl rein. Das war Bullenreiten Deluxe. Ich weiß nicht wie, aber ich habe das trotz viel zu hoher Geschwindigkeit geschafft. Nur beim Lenkerverreißen verreißt es mir auch die lädierte Schulter von letzter Woche.
Am Trailende war dann der Reifen auch wieder platt. Ich denk noch, schön das du Maxalami dabei hast, aber ich finde dieses Loch schon wieder nicht. Da rauscht Moni an mir vorbei. Ob da noch was in der Damenwertung geht?
Man muss sich dann auch mal sagen dass es gut ist, wenn es gut ist. Die Schulterzerrung sagt "mach Schluß" und in Anbetracht dessen was noch kommt die nächsten 50km, ist das eine gute Entscheidung meiner Schulter. Somit gibt es eine Premiere, mein erster Rennabbruch. Schön noch über Straße zurück in den Zielbereich, um auf dem Weg andere Leidensgenossen zu treffen, die der Wald ausspuckt. Ist halt kein Kindergeburtstag hier in den Ardennen, du Looser.
Und die 2 Erstbezwinger? Ja die haben sich wirklich wacker durchgekämpft. Tom hat die 50km mit 1400hm souverän gemeistert und Wolle hat sich trotz einsetzenden Regens am Ende die Wurst nicht vom Brot nehmen lassen. Er hat es richtig schwer gehabt auf den letzten 10km, da war der Akku ganz leer. Das hat ihn eine bessere Platzierung gekostet. Aber nächstes Jahr ist das dann die neue Herausforderung.

Ein Trost für mich bleibt: Beine gut, Schnitt gut und Spaß gehabt.

In diesem Sinne - Think pink, eure Muschi.