8. November 2015

30 kleine Fatbikechaotisten



Was passiert wenn man 30 Fatbiker an der Wupper zusammenführt?
Diese Frage ließ sich im Vorfeld für mich nicht final beantworten. Auch vor Ort sah alles erstmal aus wie ein großes Treffen einer Menge Radbekloppter. Die Antwort bekam ich erst nach 3,54km, exakt nach unserer ersten Abfahrt Richtung Wupper.









Der totale Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung im Wald. Chaos regiert die Wälder an der Wupper. Nicht nur das eine Horde Irrer mit überdimensionierten Treckerreifen durch das zarte Naturmonument Wupper pflügt. Nein die Saboteure dieser fetten Invasion sind auch nicht fern. Sie können es nicht ertragen, dass ausgewachsene Männer sich ihrem Minderwertigkeitskomplexen stellen. Unsere dicken Möpse befinden sich vor und hinter uns, und wir mögen es gar nicht wenn jemand Fremdes daran Hand anlegt.
Der Saboteur hat einfach seine Weißdornhecke geschnitten. Er hat keine Warnhinweise aufgestellt und auch noch seine Kinder zum anfeuern in einen Baum gesetzt. Er wiegt uns in Sicherheit und schlägt erbarmungslos zu.
Pif, Paf, Puf, Uiuiuiuiuiuiui, stehen da 11 Fatbikefahrer mit Platten Reifen da, manche sogar doppelt.








Die Zwangspause wurde dann natürlich ausgiebig genutzt zum dumm rumstehen und dumm rumquatschen. Das Tolle an den Dornen war aber, dass die nicht betroffenen Schlauchfahrer im Verlauf der Tour noch ihren Spaß hatten. Die Dornen brauchen halt ihre Zeit bis sie sich ins Ziel vorgearbeitet  haben. Dies führte immer zu extrem relaxten Zwischenstopps. War auch nicht schlecht, so konnte die Marschkolonne immer wieder zusammen geführt werden. So kommen am Ende mindestens 19 Plattfüsse zusammen. Einen Fahrer traf es sogar viermal.









Wie bei den 10 dicken Negerlein reduzierte sich die Gruppe durch Defekte, Arbeitsverweigerung, Leistungsburnout, Alkoholentzug und was es da halt alles so in einem Bikerleben gibt.
Am Ende waren es noch neun, die die feinsten technischen Trails an der Wupper mit Namen "Lukastrail" und "Leitplankentrail" in Angriff nehmen. Der "Lukastrail" verkehrt herum bedeutet dann auch erstmal steil bergan und klettern. Ob man das als Stolperbiken oder Bikestolpern bezeichnet, überlasse ich dem verwirrten Hundehalter. Der war nur allein am grinsen, die Hunde auch. Entweder er überholte uns oder wir ihn. Am Ende kommen alle auf ihre Kosten. Und mal ganz ehrlich, diese Trails mit 30 Fatbikes zu fahren, hätte auch eine ganze Generation nasser Steine, Wurzel und Rinnen überfordert. Nicht umsonst heißt es ja, dass Fatbiker für jede Art von Erosionsschäden verantwortlich zu machen sind.








Am Ende ist alles gut, ich darf noch ein Guinness trinken und die anderen die Gulaschkanone entlassen, um sich für den Heimweg zu stärken.
Diese Tour geht in die Analen der deutschen Fatbikekultur als der 25km Ritt mit den meisten plattgefahrenen Reifen ein. Und da haben wir über die plattgefahrenen Konditionen noch gar nicht angefangen zu reden. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.



Think pink, eure Muschi