31. Januar 2016

FAT im Skiurlaub



Aufgrund einer langwierigen Knieverletzung von Rad am Ring 2015 fiel der Skiurlaub leider für dieses Jahr flach, die Belastung auf das Knie wären für den Heilungsprozess garantiert nicht förderlich gewesen. Da ich das Knie aber in den letzten Wochen wieder auf Radfahren herangeführt hatte konnte ich mir mit der Leihgabe des Nicolai Argon Fat doch noch Urlaub machen. Während die restlichen Mitfahrer also mit Ski und Schneebrett vergnügten machte ich die ersten Annährungsversuche mit einem Fatbike.
Erste Mission war die Gipfelstation zu erklimmen, bei minus 18C wurde sich mit sämtlicher Ski/Fahrradbekleidung bewaffnet und der Gipfel angegangen. Die Fahrstraße war etwas geräumt, sodass die 10cm Neuschnee aus der Nacht nicht arg viele Probleme bereiteten. Schlimmer war der Temparaturschock für einige Komponenten an dem Bike.



Da das Rad die Nacht bei schönen Plusgraden im Keller verbracht hatte mussten sich einige Komponenten erst an die Temperaturdifferenz gewöhnen. Besonders fiel hier die Reverb Stealth ins Gewicht. Auf den Ersten Metern wies die Reverb auch etwas mehr Spiel auf, was sich nach den ersten Kilometern jedoch wieder gab. Da man ja aus Fehlern lernt, wurde ich den Folgetagen das Bike immer eine Stunde vor der Fahrt „eingefroren“.



Auf mittlerer Strecke zum Gipfel musste ich leider feststellen, dass nur die Hälfte der Straße geräumt war und der Rest unter einer 90cm dicken Schneeschicht lag. Daher verkürzte sich die Auffahrt und ich gab mich zunächst mit der Mittelstation zufrieden. Da es mein erster Fatbike Ausflug war, tastete ich mich erstmal an die Bergab-Performance heran und fuhr/driftete die Fahrstraße runter. 

Da sich das Bike perfekt auf der Fahrstraße fahren lies musste jetzt ein Tiefschneetest her. Eine Skischuhwanderroute die von der Mittelstation ins Tal verlief wurde also in eine Bikepiste umfunktioniert. Solange die Strecke ein gewisses Gefälle aufwies konnte man die Strecke schön Fahren. in der Ebene sank das Bike teilweise im Schnee ein, was jedoch an der Tiefschneehöhe (1m), den Reifen oder meinem Systemgewicht (110kg inkl Bike) lag. Möglicherweise hätte in dieser Situation breitere Reifen mehr Abhilfe geschafft, was jedoch zu Lasten der Bergauf-Performance gegangen wäre. Dank Riemenantrieb und Nabe konnte der Tiefschnee dem Bike nichts anhaben, nach meinem Geschmack ist ein Riemen in Kombination mit Nabe oder Rahmengetriebe die perfekte Kombination für diesen Untergrund.


Die nächste Mission war die Naturschneepiste runterzufahren, was bei Neuschnee super funktionierte. Problematisch wurde es in den Folgetagen als der Schnee durch die Wetterbedingungen immer schwerer wurde. Hier musste die Gabel auch gelockt gefahren werden, da sich eine Art Stick-Slip Effekt einstellte und das Fahren erschwerte. Der vergleichsweise Lange Rahmen des Argon Fat (Oberrohr 630mm bei L) und flache Lenkwinkel sorgte bergab für ordentlich Laufruhe und Sicherheit auf dem Bike. Frei nach dem Motto "Länge läuft" fühlte man sich auf dem Bike auch bei hohen Geschwindigkeiten nicht überfordert. 

      
Im Tiefschnee machten sich auch die Klickies ohne Käfig deutlich besser als die Klickies mit Käfig. Der Pappschnee setzte die Käfige dauerhaft zu.

Fazit des Test: Fatbikefahren im Schnee ist die perfekte Alternative für Ski-& Snowboard. Ob man nun Skipisten, Langlaufloipen, Fahrstrasse oder einfach durch den Tiefschnee flügt, das Fatbike ist für alle Situationen gewabnet. Es ist zwar extrem anstrengend und mitunter arschkalt aber der Funfaktor ist einfach zu 100% gegeben. In Zukunft werden wohl in den Wintersportgebieten einige Fatbikes mehr zufinden sein.

Links:
Nicolai Argon FAT - Pinion
Fatbike Test im Spiegel