28. April 2016

Steil ist geil, steiler ist geiler

Prolog
Samstagmorgen. Ich erwache schweißgebadet aus einem feuchten Traum: Wir stehen alle am Startplatz, Treffpunkt Jugendfarm. Es regnet. Es titscht und träscht, vom feinsten. Stefan grinst diabolisch und scheucht uns den ersten Trail mit 37%...hoch! Muschi vorne weg, gibt Gas. Stefan und Maik hinterher. Irgendwer huscht noch an mir vorbei, alles zu schnell, nur schemenhafte Schatten in meinen Augenwinkeln. Ich versuche ir-gend-ein Hinterrad zu halten. In meinem Kopf dröhnen die 'Toten Hosen' so laut, dass ich das Gefühl habe, mein Trommefell will meinen ganzen Kopf zum platzen bringen.....an Waden wie diesen...bleibst besser dran, ne! Scheizze, was mache ich hier? Als ich also wach werde, bemerke ich...Regentropfen? Nein, es ist nur das Knacken des Heizkörpers im Flur, die Sonne lukt frech hinter einer Wolke hervor und kitzelt in der Nase.

Eigentlich ist Regen vorhergesagt, so ab dem Mittag...allerspätestens. Positiv denken, Rene, erster Kaffee des Tages, ich mache mir einen Kazaar. Tut gut. Heute reicht eine kurze Dusche, werde eh nachher nass, von innen sowieso, von außen schaun mer mal. Bin gut drauf. Check – alles vorbereitet, Bike und Kram ab ins Auto und auf die Bahn.
Nach zirka einem Drittel der Strecke ein aus dem Nichts kommender Regenschauer über Königsforst. Kurze Zweifel, ob und was da noch kommen mag, verschwinden aber so schnell wieder, wie der Schauer. Mein Navi sagt Nine/Eleven, also pünktlich zur von Maik gewünschten Zeit. Heute aber kein Terror, keine Katastrophe, nur nette Kerle und hoffentlich lecker Trails, vom Stefan handverlesen auserwählt, um Trailgourmets zu necken und zu verwöhnen.

Schön, wat freu ick mir!
Apropos 'icke'....ne, icke steh nicht auf Dicke...Besuch aus Berlin, der Daniel mit Pyga und trailtauglicher Mittelgebirgsbereifung. Mutig für einen Flachländer. Gut, über die Mehrleistung in Kilo und Watt, über den Nachmittag verteilt, muss ich jetzt nicht diskutieren. Einfach rauf auf die grüne Banane und Spaß haben!

Und, Überraschung für die illustre Runde, bereit zum berghoch chillen und bergab ballern, es geht wirklich zunächst sachte über Forstautobahnen bergan, die ersten paar Dutzend Hömis moderat. Sehr löblich! Der erste Trail kurz und knackig, jo so muss das. Karsten gibt mit Stefan nun ein prima Guide-Duo und so werden wir nach und nach nach Strich und Faden verwöhnt!
Da sörfen sie runter, die Männis...wer findet sie?
Muschis Highlight des Tages sollten wohl die Teufelsklippen werden. Aber warum sagt es ihm denn bitte niemand, als wir dann schließlich dort ankamen und den gerölligen ersten Teil erfolgreich hinter uns ließen. Dann kam nämlich – bis auf Karsten und Stefan wohl für alle eine neue Erfahrung – die noch spaßigere Fortsetzung. Stefan macht auf harmlos, wir dürfen mal Liniebeschau machen, und wie gesagt, dem Muschi sagt ja keiner, dass es knifflig werden könnte. Der fährt da einfach schnurstracks runter.
Ich schiebe da (zum ersten und letzen Mal im Laufe des Tages und auch nur einen Teil) runter, der letzte Zwischenrest zwar bissl steil, aber Waldboden – no issue!

1. Die Teufelsklippen 2. Steil lässt tief blicken
Da winken Sie....und haben das steilste Stück noch vor sich. Muschi und Karsten voraus, der Einstieg ist nicht ohne. Aber es ist trocken und im Zweifel fällt man weich! Also, nach dem die beiden schon fast unten angekommen sind und neben mir fleißig diskutiert wird, ob man das fährt oder nicht...Stütze runter, Aktivposition uuuund Äktschn!
Jau, das war lustig, und Stefan hinter mir. Ich bin auf Video? Bin gespannt. Alles was möglich war, haben wir nicht gemacht, ein paar Sachen wurden für das nächste Treffen aufgehoben, aber schon mal abgecheckt:

Der Wettergott meinte es wirklich gut mit uns, und wir durften weitere Perlen ersurfen, erarbeiten, erballern, erspüren. Hach, für alle Sinne...
Die Gruppe hielt prima zusammen, der letzte ernsthafte Anstieg des Tages war auch nicht unbekannt. Der wird nämlich im Verlauf immer steiler, watt jemein. Aber, sind wir nicht alle ein bisschen Tretschwein? So muss das!
Die Belohnung eine kehrige Abfahrt mit Bachdurchfahrt....kam die vielleicht schon vorher? Kann sein, ich bringe da etwas durcheinander; es war einfach so gut und reichlich gedeckt, die Bergische Trailtafel mit Kirschen und Sahne...hach, watt lecker!

Der Autor des Textes muschinisiert und in Ekstase
So ging den ersten langsam und zaghaft nach 1.000 Höhenmeter die Puste aus (dem Rene ausnahmsweise nicht, der war ja auch gar nicht dabei...hatte seinen Zwillingsbruder geschickt, der Schelm) und es wurde, wie es sich für Radelwild oder Wildradler gehört, die Freifahrt zur Futterkrippe ausgerufen!

Ach so, da waren vorher schon noch ein paar Holländer, die unseren Weg kreuzten. Irgendwie sah man ihnen den Rennradler-Nimbus und MTB-Trail-Legasthenie schon an. Dafür durften Muschi und ich dann doch noch zeigen, wie man sich stilvoll lang macht, statt Hose voll macht. Ne, Muschi! Denn merke: Pain is temporarily, pride is forever!

Trilogie eines Sturzes
Also denn, zurück zum Futtern, das hatten wir uns tretlich verdient, will!

Für mich bislang das schönste EmmTeeBee-Treffen in Wuppertal. Und die Wiederholung wird Fett und +Plus+ im Kalender angestrichen!

Der Guide und Fotograf ist viel zu selten im Bild, unser Stefan

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Epilog
Sonntagmorgen.. Ich erwache erfrischt aus einem schönen Traum. In Erinnerung der vorangegangene Abend, an dem ich mit meiner Liebsten sogar über MTB-Material diskutieren konnte. Ich bin entspannt und blicke motiviert und voller Vorfreund aus dem Schlafzimmerfenster. Die Sonne scheint von einem blauen Himmel herab.
Eigentlich war wieder Regen vorhergesagt. Ich bin sicher, es wird ein schöner Tag!

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Autor: Rene Heincken, alias Trail Surfer
Fotos: Stefan Knipping alias singletrailer67