9. Oktober 2016

3 Schläuche für ein Halleluja

Bud Spencer und Terence Hill – wer unter uns 40+ern kennt sie nicht. Die Haudraufs der Siebziger und Achtziger, immer in Action frei nach dem Motto „immer Dumme Sprüche lassen oder noch einen Schlauch aufblasen...“ ach nein, mit dem zweiten Teil befinden wir doch nicht mehr in der einistigen italo-cineastischen Hochkultur, sondern schon im Dreiländereck., zu Besuch bei Muschi.
Doch lasst mich die Geschichte von Anfang an erzählen...

Das Telefon klingelt......bei der Fa. Bohle im Bergischen Bergneustadt. Leider ist der Chef heute auf Dienstreise, Rückkehr von der Eurobike und dessen Sekretärin leider krank. Deshalb meldet sich der neue Azubi, der heute seinen ersten Tag hat: „Halloooo?!“
Aus seinem Mund klingt es wie eine Mischung aus Ehrfurcht und Anspannung, die sich förmlich greifen lässt, als er erkennt, wen er dort am Telefon hat. Hier ist Thomas vom IBC, vernimmt er schon halb benommen. Was machen unsere Testreifen? Die sind immer noch nicht angekommen und unser Chefkolumnist sitzt auf heißen Kohlen! Der brauch die DRING-ENST zum testen!!

Schwalbe Rocket Ron Plus...ja ja kein Problem, ich gehe direkt ins Lager!...Der Azubi geht ins Lager, entdeckt dort von den Plussern aber nur Nobby Nics. Was tun? Er sucht und wird fündig! Aber warum sind denn diese Rocket Rons in gelben Tonnen – fragt er sich. Die mahnende Nachfrage des IBC im Ohr, nimmt er sich zwei Stück und ab geht die Eilpost, damit der Chefkolumnist zeitig Freude widerfahren soll.



Kleiner Zeitsprung, wir schreiben Sternzeit 2016, den 3. Oktober. Eine kleine Meute von 7 trailgeilen Biker wartet am vereinbarten Treffpunkt. Man kennt sich zum größten Teil und wer noch nicht großteils bekannt ist wird schnell in die Gruppe assimiliert. Als letzter trudelt der Gastgeber ein, frisch plusbereift und reif für Schandtaten im Dreiländereck.

Eine erste noch recht flowige Abfahrt, Muschi mag seine Begleiter nicht sofort überfordern, doch die ersten der heute geschätzten 10.000 Wurzeln folgen rasch. Und fast alle sind heute feucht und schön rutschig, weil sie größtenteils ihre Rinde schon abgeworfen haben. Hihihi!


Da lacht die Chefwurzel als sie Chefkolumnist und Gefolge anrauschen sieht. Die ersten Ausbremsungen folgen auf dem feuchten Fuß, aber man hilft sich schnell aus dem Gebüsch. Mundabputzen und weiter geht’s. STOP! Nicht viel weiter. Denn der Gastgeber hat am Hinterrad einen Platten zu verzeichnen. Hmm...Milch genug drin, zuwenig Luftdruck? KOKOLORES! Mario schwillt der Hahnenkamm wie beim bekannten Ski-Downhill in Kitzbühel.



Immer ruhig brauner, das kann jedem passieren. Weiter geht’s und eine erste kleine aber schön-steile Abfahrt wartet. Die Menge begeht und begutachtet. Für die meisten fahrbar, also auffi!
So fuhren wir also frisch befriedigt weitere Schandtaten erwartend und guter Dinge weiter. Doch bevor weiter alles gut wurde, ratet...musste der freiwillig-unfreiwillige Protagonist des Tages die nächste Schlappe einstecken.
Platt! Nein, nicht Karl kam zu Besuch, sondern es war wieder Marios neuer Freund „Racketen-Ronnie“. Was mit Milch geht, geht auch mit Schlauch? Rüschtüüsch....


Die erneute Pause wurde zum kurzweiligen Nerd-Schnack genutzt und trefflich über den Nutzen und den richtigen Einsatz von Plus-Reifen geratscht. Es fehlte nur an Popcorn. Ok, das Wort „Pop“ lässt nicht nur bei Federwegen Assoziationen aufkommen…
Mann-o-Mann oder mein Bike kann....wie auch immer diese TV-Serien heißen, die frustierte Singlefrauen- -Männer und Eheleute wochenends am Fernseher zusammenschweißen. Über Wurzeln purzeln, die Schweißdrüsen auf Höchstleistung gepolt, und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, während der eine oder andere Mitfahrer schon nach Atem ringt oder alternativ die Knie- und Schienbeinschoner zu Krämpfen drücken....Schiebung! Das hier ist doch alles Schiebung!



Aber, hey, so ist das mit den Rennschweinen: Wenn es Flow heißt, dann gehören Bergan-Tretpassagen über Doppelunterarmdicke Wurzeln aber so selbstverständlich dazu, wie das Pink zu Paulchen Panther.
Nichtsdestotrotz, immer wieder mischen und schmuggeln sich auch bergab-fahrtechnische Schmankerln hinein in die Runde.


So lernen die Mitfahrer einen gekonnt -inszenierten half-back-flip des Autors kennen.
„Iss alles jut, iss alles juut??!?!“ Danke der Sorgen, das Moos aus dem Mundwinkel geputzt, jetzt nerv nicht, sonst fange ich gleich noch vor Mitgefühl für mich selbst an zu heulen...so geht’s:



So langsam ging also dann doch dem einen oder anderen Hinterradlutscher die Puste aus. Aber, bevor es zum letzten Highlight des Tages ging, durfte unser Freund Mario ein letztes Mal (hofften wir zu diesem Zeitpunkt) die Luft am Hinterrad ausgehen.



Wer hat noch nen Schlauch – ach so ein Scheizzdreck und natürlich die uneheliche Schwester von Koko und Dolores. Aber die Schmerzen waren glücklicherweise nur psychischer Natur und ließen rasch wieder nach – denn es galt, die Gruppe noch einmal zu fordern, DIE Steilstelle des heutigen Tages wartete.

„Mir können das auch sein lassen und umfahren!“ Mein Blick in Marios schelmigen Gesichtsausdruck, der sagte „wer macht jetzt hier die Muschi, Leute!?“ Aber, ihr wisst ja wie das ist, mit dem Herdentrieb...der erste ratzfatz da runter, ganz weich und geschmeidig. Der zweite mit ordentlich Hinterradgebremse, das sah schon gefährlicher aus. Danach Stefan, der mich wieder lockerer durch die Hose atmen ließ – dann also ab dafür, Luzie!!!



Geil! Warum nicht mehr davon? Mein Fazit: Wenn man sich datt janze XC-Gedöns drumherum mal wegdenkt, war es nur endgeil oder in einem Wort -

ENDURO!!

P.S.: Danke an Mario für die tolle Runde, nein, es war natürlich alles in allem eine geniale Runde mit lockeren Leuten, die sowohl die Schwarte krachen lassen können, als auch es sich gepflegt in Dreiländerecken gutgehen lassen können.
P.P.S.: Wie erst danach bekannt wurde hatten wir ein frisches Maik der Woche unter uns. 
P.P.P.S.: Danke an Stefan für die bildspielhafte Unterstützung dieses Berichts!



Und ich, ich bin der Rene, und nein ich spreche nicht so wie ich schreibe.

Anmerkung: Für den Inhalt der Artikel aus der Serie “Zu Besuch bei Muschi am Mittwoch” ist der unbenannte Autor verantwortlich. Die in dem Beitrag vertretenen Ansichten und Meinungen spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Teilnehmer der Runde wider. Für Anregungen und Kritik steht der Autor hier themenbezogen in den Kommentaren und allgemein per privater Nachricht zur Verfügung.