30. November 2016

MTB I Saisonabschluss Vennbike & Friends

2016 wurde von den Vennbikern wieder viel gefahren. Leider nie in voller Besetzung, irgendwie passte es terminlich nie, dass alle dabei waren. Besonders ich, Ansgar, fand leider selten den Weg in die geliebte Eifel. Den Saisonabschluß wollte ich mir aber nicht nehmen lassen und freute mich extrem darauf, wenigstens Denis, Till, Ingo, Michi und Mario wieder zu sehen. Dazu gesellten sich noch 5 Freunde der Vennbiker und so waren wir eine tolle Truppe!
In diesem Beitrag werde ich neue Wege gehen. Es wird ein gemischter Artikel aus geschriebenem Wort und Videosequenzen. Ich habe die Vennbike Sasionabschlusstour genutzt, um die von Coffee&Chainrings zur Verfügung gestellte Actioncam Garmin VIRB Ultra 30 zu testen. Und wie im Teaser zu sehen gab es reichlich Action! Die Videos sind in HD verfügbar, evtl müsst Ihr Eure Youtube-Einstellung ändern.



Wir traffen uns in Kreuzau

um die Trails rund um Nideggen unsicher zu machen. Es war eine gemischte Truppe aus Springschweinen, Bergziegen und Ausdauersäuen und demnach waren auch die Arbeitsgeräte gestaffelt, vom fetten Enduro bis zum leichten Race-Hardtail war alles dabei. Die Stimmung war direkt prima und entspannt. Der erste von mehreren Defekten fiel ehr zufällig schon vor dem Start auf: beim Rad vom Denis war eine Speiche gebrochen! Da das Rad aber noch genug intakte Speichen hatte, war das nicht weiter tragisch!


Kaum in Bewegung gesetzt wurde erst mal lautstark die Schutzblech-Fraktion durch den Kakao gezogen, Schutzbleche am Mountainbike?? Das es das noch gibt! Es wurde aber schnell leiser, denn um uns die Trails hinuter zu stürzen, mussten wir erst mal positive Höhenmeter vernichten. Das wurde dann auch direkt mit dem längsten Anstieg des Tages auf den höchsten Punkt des Tages erledigt. Auf dem Weg zum Gipfel wurde munter gequatscht, über die persönlichen Befindlichkeiten, über Material und Mario erzählte von seinen Plänen für 2017. Alter, da kann man echt neidisch werden, was der Mann wieder erleben wird, seit gespannt!!


Trotz dass einige Springschweine unter uns waren, nutzte nur Mario die Hügel am Engelsblick um einige Sprünge zu machen.

Endlich Trails

An der höchsten Stelle angekommen, freuten wir uns auf den ersten Trail des Tages und kurz diskutierten wir aus in welcher Reihenfolge wir fahren sollten, denn die technischen Fähigkeiten der einzelnen Fahrer lagen teilweise weit auseinander. Da ich zu weniger technisch Versierten gehörte fuhr ich auch zum Schluß in den Trail. Zum Einstieg ging es glücklicher Weise nicht direkt in steile Abfahrten, sondern der Trail schlängelte sich angenehm durch den Wald.

Wo man runter will, muss man auch wieder hoch, also wurde wieder kräftig gekurbelt, natürlich nicht ohne ab uns zu einen Blick auf die tolle Eifel-Landschaft zu werfen. Das Wetter war perfekt an diesem Tag.

Der zweite Trail war von der zahmeren Sorte, doch das gefallene Laub versteckte alle möglichen Wurzeln und Steine und da ich ja grundsätzlich ne Mimi bin machte ich was langsamer. Die Einheimischen mit ihren Trailmaschinen ballerten da nur so drüber. Dadurch fielen Robert und ich etwas zurück und mussten uns teilweise kurz orientieren, um den richtigen Weg zu finden. Bleibt noch zu erwähnen, dass ich die Stufen bei 6:30 letztes Jahr noch nicht gefahren wäre. man sieht Training zahlt sich aus.



Übermut tut selten gut

Nach dem wir wieder ein bisschen bergauf gekurbelt waren, machten die Enduro-Freaks unter uns einen Abstecher und wir anderen gonssen die Aussicht über die Eifel. Danach ging es auf das nächste bergab Stück, wo wir erst mal einen kleinen Drop passierten um dann auf einem Stück flowigen Trail weiter zu fahren. Mario bot an mal vor mir zu fahren, damit wir mal einen Könner auf dem Video hatten. Ich versuchte dran zu bleiben und Mario nahm auch ein bisschen Tempo raus. trotzdem waren wir zügig unterwegs.

Wir kamen an eine Stelle, die ich mit den Jungs schon 5 oder 6 mal auf vorherigen Touren passiert hatte. In dieser Rechtskurve kann man schön mit Geschwindigkeit in eine Art Anlieger fahren oder man bleibt auf dem Weg, fährt also den Chickenway. Das hatte ich bisher immer gemacht.

Aber heute sollte es anders sein. Wie so oft feuerten meine Synapsen in Millisekundenbruchteilen ein Feuerwerk ab und Resultat war, dass das Hirn sagte "Heute ballerst Du da mit durch, koste es was es wolle!" Mario kurz vor mir schrie auch noch irgendwas von ausbrechen, aber das kam nur bruchstückhaft bei mir an. Also jagte ich hinter Mario her in den Anlieger. Eine Sache an die ich mich nicht mehr erinnerte, waren die Wurzeln hinter dem Anlieger und dass man da drüber hüpfen musste. Grundsätzlich kein Problem wenn man ein Springschwein ist, bin ich aber leider nicht. Ich verpasste es mein Rad auf die Landung zu positionieren und kam in einem etwas zu spitzen Winkel auf, was dafür sorgte, dass ich den Lenker verriss und nach einen längeren Flug über den Lenker nur knapp neben einem Baum unsanft landete.

Autschn! Das ging wie immer alles sehr schnell und ich fand mich auf dem Boden wieder, die Kniee schmerzten und wieder die Schulter, wie bei einem der letzten Stürze in der Eifel. Nun lag ich da, drehte mich erst mal auf den Rücken. Ich horchte in meinen Körper, was machte die gebrochene Rippe? Da schmerzte schon Mal nix. Aber die linke Schulter, Aua die tat weh! Ich blieb erst Mal liegen. Mario kam vorbei und hatte natürlich aufmunternde Worte parat! Nach kurzer Zeit berappelte ich mich, nicht ohne von Mario ausgelacht zu werden!

Bei der Landung hatte ich mir zusätzlich noch den Hinterreifen aufgeschlitzt und zwar so, dass die Dichtmilch keine Chance hatte. Also montierten wir mit vereinten Kräften meinen Ersatzschlauch. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an alle Mitfahrer für die Unterstützung!


Als nächstes kam wieder ein Highlight für unsere Springschweine, ein schöner Drop über einen Felsen. Ich positionierte mich zum filmen und dann kam die Bande auch schon angeflogen. Dabei wählte aber jeder eine andere Linie und Dirk war der einzige, der den Drop runter sprang. Mario legte im rutschigen laub auch seinen ersten Ausrutscher des Tages hin. Aber er wäre nicht Mario, wenn er es nicht noch einmal probieren würde.


Ab hier ließ mich leider der Akku und der Speicherplatz der Kamera im Stich. Es ging dann logischer Weise erst mal wieder bergauf und an dem Eingang zum nächsten Trail wurde noch ein bisschen senkrecht bergab gefahren.



Danach ging es auf einen recht ruppigen Trail, erschwerend kam hinzu, dass durch das Laub alles bedeckt war. Hier schob ich die meiste Zeit, ein Sturz an diesem Tag reichte wohl. Nicht so für Mario. An einem technischen Felsenstück musste er sein Glück herausfordern und dieses zuvor perfekt gefahrene Stück noch Mal fahren, damit es digital für die Ewigkeit festgehalten wird. Das funktionierte auch bis er bremsen wollte.

Auf dem rutschigen Laub velor das Vorderrad den Halt und Mario konnte mit einem gazellenartigen Sprung einen heftigen Sturz vermeiden. Leider sprang er dabei auf sein Vorderrad, dass ihm den Tritt mit einer gebrochenen Speiche und einer verbogenen Felge dankte. Dadurch schleifte das Vorderrad an der Gabel und an weiterfahren war nicht zu denken. Auch der Einsatz des ganzen Gewichts des athletischen Körpers konnte das rad nicht wieder halbwegs in die Ursprungsform bringen. Es half nichts, für Mario war die Tour vorbei. In der Ferne güßte schon der Rurtal-Express um ihn eine Mitfahrgelegenheit zu bieten.


Mittlerweile hatten sich schon einige aus der Truppe verabschiedet, so dass ein kleiner Rest den letzten Trail zum Kuchen unter die Räder nahm. Den leckeren Kuchen hatten sich alle verdient und Denis wohl besonders, er langte kräftig zu, zwei Stücke Kuchen und eine Nußecke gönnte er sich!

Als wir da so saßen und den Kuchen genoßen, kam auch Mario zu Fuß vorbei. Er wollte aber keinen Kuchen mehr, er ließ sich von seiner Liebsten abholen. Nach einem Entspannten Kaffee-Kränzchen verabschiedeten sich Denis und Till. Robert, Frank und ich wollten noch ein paar Höhenmeter sammeln und machten uns auf einem Umweg zurück zum Treffpunkt. Dabei kamen wir auch noch einmal an der Stelle meines Sturzes vorbei und ich musste feststellen, dass ich ganz schön weit geflogen war. Aber die Schmerzen hielten sich in Grenzen und so war ich froh, die Herausforderung angenommen zu haben. Meistern werde ich sie beim nächsten Mal!

Bleibt mir noch zu sagen, dass es eine tolle Truppe war! Es war vom Endurokönner bis zum Tourenfahrer alles dabei und trotzdem war es eine tolle Tour, da jeder auf jeden Rücksicht genommen hat! Wir sehen uns beim nächsten Mal! Und dann hoffentlich mal ohne Sturz!